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Pressespiegel

03. Aug 2021

Talente zurück bei der U23: Trainingskader wieder deutlich kleiner - Zakaria zurück am Borussia-Park

Mit 15 Spielern und drei Torhütern sind Coach Adi Hütter und sein Trainerteam am Dienstag auf den Trainingsplatz gegangen. Einen Rückkehrer aus dem Lager der Verletzten konnte er dabei noch nicht begrüßen. Ein Wiedersehen nach langer Zeit gab es dennoch.

 


03. Aug 2021

Arangos und Wendts Erben: Bei Borussia deutet sich ein Linksruck an

Auf dem Transfermarkt ranken sich Gerüchte um Zugänge mit einem starken linken Fuß. Einst war Gladbach in dieser Hinsicht fast paritätisch besetzt. Wer von einer Fokus-Veränderung profitieren könnte, wer der beidfüßigste Borusse ist und wer fast nur seinen rechten Fuß benutzt.

 


03. Aug 2021

Rekord-Gladbacher bleibt bei Arsenal: Xhaka wird nicht zum Dominostein für Borussia

Ein Wechsel von Granit Xhaka hätte bei Borussia das Transfergeschehen endlich ins Rollen bringen können. Denis Zakaria soll ein Kandidat beim FC Arsenal gewesen sein. Doch nun bleibt der eine Schweizer, weshalb der andere wohl weitersuchen muss.

 


03. Aug 2021

Pokalspiel auf dem Betzenberg: Bis zu 20.000 Zuschauer bei Kaiserslautern gegen Borussia erlaubt

Bis zu 20.000 Zuschauer dürfen beim Pokalspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Borussia Mönchengladbach am kommenden Montag dabei sein. Für Borussia und ihren neuen Trainer Adi Hütter wird es das erste Pflichtspiel der neuen Saison sein.

 


03. Aug 2021

Corona-Inzidenz vor Bayern-Spiel: Bis Mittwoch müssen Borussia und ihre Fans noch zittern

23.000 Tickets hat Borussia für das Heimspiel gegen den FC Bayern München verkauft. Rutscht Mönchengladbach bis dahin in die Inzidenzstufe 2, wirkt sich das nicht nur auf die Zuschauerzahl aus, sondern auch auf die Anforderungen, die Fans erfüllen müssen.

 


05. Jul 2021

Joachim Löw – eine Bilanz des Durchschnitts

Mit dem Ausscheiden im Achtelfinale der Europameisterschaft ist nach 15 Jahren auch die Amtszeit des Bundestrainers Joachim Löw beendet worden. 198 Länderspiele und acht große Turniere lang begleitete der Schönauer die deutsche Nationalmannschaft und wird den meisten primär als Weltmeistertrainer in Erinnerung bleiben. Blickt man allerdings etwas genauer auf seine Bilanz, so fällt das Bild differenzierter aus: Allein von der Anzahl der gewonnenen Titel z. B. war Löw nur halb so erfolgreich wie seine Vorgänger im Durchschnitt. Andererseits prägte er mit seinem offensiven Stil über lange Jahre ein positives Bild des deutschen Fußballs. Als Joachim Löw seine Arbeit für den DFB im Jahr 2004 – anfangs noch gemeinsam mit Jürgen Klinsmann – begann, stand die deutsche Nationalmannschaft am Abgrund. 2004 war die zweite Europameisterschaft in Folge nach der Vorrunde beendet. Deutschland steckte immer noch in den 1990er-Jahren fest und hatte sich viel zu lange auf dem Weltmeistertitel von 1990 ausgeruht. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte der DFB ein Talentförderprogramm gestartet und fast alle Vereine zur Führung von Nachwuchsleistungszentren verpflichtet. Das Duo Klinsmann/Löw katapultierte nun auch die verkrusteten Strukturen der Nationalelf in die Moderne. In der Folge entwickelte sich eine goldene Generation, die unter Leitung von Löw sechsmal in Folge das Halbfinale eines großen Turniers erreichte, die Massen durch eine Fülle imposanter Auftritte begeisterte und zur Krönung 2014 den Weltmeistertitel errang. Dies ist das öffentliche Bild, das die Arbeit von Joachim Löw als Bundestrainer weitgehend prägt, das aber nur die eine Seite der Medaille darstellt. Keine Frage, wer das Halbfinale für die deutsche Nationalmannschaft als Erfolg bewerten möchte, der muss das Wirken von Löw zumindest bis zum Jahr 2016 als sehr erfolgreich bezeichnen. Wahr ist allerdings auch: In der Historie des DFB wurde bei 22 von 32 großen Turnieren stets das Halbfinale erreicht. Bei den Weltmeisterschaften 1994 und 1998 z. B. gab es jeweils ein Ausscheiden im Viertelfinale, was damals in der Öffentlichkeit als peinlicher Misserfolg wahrgenommen wurde. Ein Halbfinale entspricht in der deutschen Turniergeschichte dem Durchschnittsergebnis – so beeindruckend das sein mag. Nimmt man die Ergebnisse unter Löw von 2006 bis 2021 zusammen, so reichte es in acht Turnieren einmal für den Titel, viermal fürs Halbfinale und zweimal für ein frühzeitigeres Ausscheiden. Verglichen mit der Gesamtbilanz des DFB (7/22/10) ist das eine sehr durchschnittliche Bilanz. Richtet sich die Bilanz allein auf Titel aus, so ist sie sogar unterdurchschnittlich, da Löw bei 12,5 % seiner Turniere siegreich blieb, nachdem die DFB-Quote zuvor bei 25 % gelegen hatte. 2006 kam das Erreichen des 3. Platzes auf den ersten Blick einer Sensation gleich, weil sich die Mannschaft in den Jahren zuvor auf einem Abwärtstrend befunden hatte und bei den beiden vorherigen Europameisterschaften kläglich in der Vorrunde gescheitert war. 2002 hatte es allerdings sogar zu einem 2. Platz gereicht, der damals weit weniger Beachtung fand als das spätere „Sommermärchen“ daheim. Betrachtet man es rückblickend, so profitierte die Nationalelf 2006 auch davon, dass die Nachwuchsförderung des DFB zu greifen begann. Junge Spieler wie Lahm, Schweinsteiger, Klose oder Mertesacker, die allesamt am Anfang einer großen Karriere standen, stießen zu den Etablierten wie Frings und Ballack. Das Ausscheiden im Halbfinale war keine Schande, da es dieser goldenen Generation noch an Turniererfahrung fehlte, um gegen die abgezockten Italiener zu bestehen. Der 3. Platz war realistisch betrachtet aber keine solch beachtliche Leistung wie es damals schien, da die Mannschaft über eine ordentliche Qualität verfügte und zudem den Heimvorteil nutzen konnte, der in der WM-Geschichte schon vielen Nationen ein überdurchschnittliches Abschneiden ermöglichte. Auch in den folgenden drei Großturnieren gelangte die Generation Schweinsteiger mit ihrem Übungsleiter jeweils ins Halbfinale sowie 2008 sogar ins Finale. Das Aus kam stets gegen ein südeuropäisches Team – zweimal war Spanien sowie 2012 ein weiteres Mal Italien ein scheinbar übermächtiger Gegner. Es war die goldene Ära der Spanier, die in diesem Zeitraum die beste Mannschaft der Welt stellten. Nachdem sie vorher (und nachher) nur 1964 einen einzigen EM-Titel einfahren konnten, räumten die Iberer zwischen 2008 und 2012 gleich alle möglichen Titel ab. Echte Konkurrenz gab es in dieser Zeit kaum. Einzig Italien und das aufstrebende Deutschland verfügten über Mannschaften, die ihnen hätten gefährlich werden können. Im Falle der Deutschen misslang das nicht zuletzt deshalb, weil Joachim Löw in den direkten Duellen vor Ehrfurcht erstarrte und sich und seine Mannschaft unterwürfig in die Rolle des Underdogs verkroch. Man durfte in dieser Zeit gegen Spanien verlieren, aber etwas mehr Zutrauen in die eigene Stärke hätte die Spiele vermutlich offener gestalten können als sie 2008 und 2010 letztlich waren. Nicht immer gewinnt im Fußball die Mannschaft mit den besseren Einzelspielern – etwas, was Deutschland u. a. in den entscheidenden Partien 1976, 1992 und 2016 am eigenen Leib erfuhr – von 1978 oder 2018 ganz zu schweigen. Obwohl die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2010 u. a. mit dem 4:0 über Argentinien ihre Qualitäten eindrucksvoll nachgewiesen hatte, richtete Löw seine Taktik im Entscheidungsspiel gegen Spanien voll auf den Gegner aus und blieb damit letztlich chancenlos. 2012 bewegte ihn die Furcht vor dem starken Andrea Pirlo zu taktischen Umstellungen, die sich als grundfalsch herausstellten. Der Trainer Joachim Löw stieß in den entscheidenden Partien regelmäßig an seine Grenzen als Taktiker und es wäre spannend gewesen zu erfahren, was ein Top-Trainer aus diesen Situationen herausgeholt hätte. Was bei aller Kritik an Löw nicht geleugnet werden kann: Die deutsche Nationalmannschaft spielte unter ihm in den Jahren 2006 bis 2014 einen oftmals begeisternden Offensivfußball, der das internationale Image einer rein auf Erfolg ausgerichteten Nation massiv veränderte und dem DFB viele neue Fans einbrachte. Die „Schlandisierung“ des Fußballs in diesen Jahren fußte nicht zuletzt auf dieser Tatsache und war ein wesentlicher Grund für den Boom, der auch auf den deutschen Vereinsfußball überschwappte. So erklärt sich, warum die Ergebnisse in dieser Zeit öffentlich weit positiver eingeordnet wurden als diverse Vize-Welt- und Europameisterschaften in den Jahren 1982, 1986, 1992 oder 2002. Deutschland duselte sich nicht mehr weiter, sondern sorgte regelmäßig für emotionale Happenings, die beim Public Viewing gefeiert wurden wie ein Titelgewinn. Die anfängliche Erfolgsgeschichte unter Löw kulminierte 2014 im Gewinn des WM-Titels. Spanien hatte zu dieser Zeit seinen Zenit überschritten und sich genau wie Italien frühzeitig aus dem Turnier verabschiedet. Als echte Konkurrenten blieben nur noch die Südamerikaner. Brasilien und Argentinien konnten in diesem Jahr aber keine große Mannschaft aufbieten. Der Titelgewinn war daher der folgerichtige Höhepunkt dieser goldenen Generation. Er wurde zudem auf beeindruckende Art und Weise klargemacht – nicht zuletzt dank des historischen 7:1-Erfolgs über die an ihren Nerven und der Erwartungshaltung zerbrechenden Gastgeber aus Brasilien. Wäre Joachim Löw zu diesem Zeitpunkt als Bundestrainer zurückgetreten, so hätte er rein statistisch auf eine überdurchschnittlich erfolgreiche Amtszeit zurückblicken dürfen und wäre von der schlandisierten Öffentlichkeit als Volksheld gefeiert worden. Selbst das Halbfinalaus zwei Jahre später gegen Frankreich wäre noch ein dankbares Ende gewesen, wenngleich es dort erneut Kritik an seiner taktischen Ausrichtung gab und der immer noch hochklassigen Elf ein erneuter Titelgewinn zuzutrauen gewesen wäre. Das was in den kommenden Jahren folgte, hätten sich Löw und DFB besser erspart. 2017 gewann Löw mit einer jungen Mannschaft den Confederations Cup – ein Titel, der sportlich genauso wertlos war wie der (vermeintliche) Abstieg aus der Nations League ein Jahr später. Statt spätestens 2016 einen echten Umbruch einzuleiten und den Stützen aus dem Confed Cup weiter das Vertrauen auszusprechen, hielt Löw bei der WM 2018 wie auch bei der EM 2020/21 an einigen der alternden Stars fest. 2016 nahm er z. B. mit Lukas Podolski einen seiner Lieblingsspieler mit zur EM, obwohl dieser zu diesem Zeitpunkt schon über Jahre hinweg keine Leistung mehr bei seinen diversen Vereinen gebracht hatte und auch bei den vorangegangenen beiden Turnieren enttäuschte. 2018 war die Entscheidung für Manuel Neuer als Nr. 1 ein Kardinalfehler gewesen. Dieser war zuvor über zwei Jahre hinweg verletzt gewesen und erst kurz vor dem Turnier genesen. Während dem einstigen Welttorhüter jahrelange Spielpraxis fehlte und er noch lange nicht wieder in Bestform sein konnte, hatte sich Marc-André ter Stegen in seiner Abwesenheit sowohl in der Nationalmannschaft als auch beim FC Barcelona auf Weltklasse-Niveau etabliert. Wenngleich Neuer bei zwei Gegentoren 2018 unglücklich aussah, war ihm das Aus letztlich zwar nicht direkt anzulasten. Es war aber ein verheerendes Signal von Löw, hier erneut auf einen Spieler allein wegen seines Namens und aufgrund vergangener Verdienste zu setzen und das Leistungsprinzip ohne Not außer Kraft zu setzen. Nach dem peinlichen Abschneiden bei der WM 2018 – dem schlechtesten Ergebnis, das eine deutsche Nationalmannschaft jemals bei einer Weltmeisterschaft erzielte – setzte Löw mit dem Ausbooten von Hummels, Boateng und Müller scheinbar erneut auf einen Umbruch. Dies begleitete er aber halbherzig, indem er sich über die Endgültigkeit seiner Entscheidung ausschwieg und zwei der drei Spieler kurz vor der EM 2021 dann doch wieder ins Nationalteam zurückholte. Da er zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden hatte, seinen Job nach der Europameisterschaft zu beenden, war ihm offensichtlich nur noch daran gelegen, bei seinem letzten Turnier ein noch halbwegs akzeptables Ergebnis zu erzielen. Dieses Ziel misslang – ob trotz oder wegen Hummels und Müller. Schon gegen Ungarn in der Vorrunde stand die Mannschaft kurz vor einem blamablen Aus. Gegen England war sie dann die schlechtere Mannschaft und verlor verdient mit 0:2. Das Achtelfinalaus war das fünftschlechteste Abschneiden des DFB bei insgesamt 32 Großturnieren. Die Mär, dass Deutschland nur die Qualität gefehlt habe, verfängt sich, wenn man sich die Erfolge des Kaders auf Vereinsebene anschaut. Die Mannschaft setzte sich überwiegend aus Champions League-Finalisten der vergangenen Jahre zusammen, die aber so gut wie nie zu einer funktionierenden Einheit zusammengefügt wurden. Zudem wurden Spieler wie Kimmich oder Müller auf Positionen eingesetzt, auf denen sie offensichtlich nicht ihre stärksten Leistungen zeigen konnten. Selbst 2014 wurde der Titelgewinn im Achtelfinale gegen Algerien akut gefährdet, weil Löw sich auf ein riskantes Experiment mit Shkodran Mustafi als Rechtsverteidiger eingelassen hatte und Philipp Lahm stattdessen im defensiven Mittelfeld aufbot. Erst Mustafis Verletzung zwang den Bundestrainer zu seinem Glück, Lahm zurück in die Viererkette zu beordern, wo er fortan zur Stabilisierung der Defensive weit besser beitrug. Während Personalentscheidungen von den 80 Mio. Bundestrainern sehr kontrovers diskutiert werden und es für den einen hauptamtlichen nicht immer leicht ist, jeden dieser „Experten“ zufriedenzustellen, ist Löws Umgang mit Kritik aber in jedem Fall bedenklich zu nennen. 2018 z. B. tauchte er nach dem blamablen WM-Aus über Monate hinweg ab und entzog sich damit einer öffentlichen Debatte. Auch in der schwierigen Personalie Mesut Özil war von ihm nichts zu vernehmen – weder übte er Kritik an dessen allzu herzlichem Bekenntnis für den türkischen Autokraten Erdogan, noch nahm er ihn später in Schutz angesichts der teilweise rassistisch motivierten Reaktion vieler Menschen darauf. Problematisch ferner, dass Löw es mit zunehmender Amtsdauer immer seltener für nötig erachtete, andere Bundesligastadien als jenes in Freiburg zu besuchen und sich dies in seiner Nominierungspraxis des Öfteren bemerkbar machte. Trotz aller Kritik wird Löw bei vielen Deutschen immer der Weltmeister-Trainer bleiben – so wie vor ihm Herberger, Schön und Beckenbauer. Auch Schön hatte in den 1970ern primär von der Stärke einer goldenen Generation profitiert, mit der er in sieben Turnieren immerhin zwei Titel holen konnte. Am Beispiel des Kaisers, der mit einem Titel aus drei Turnieren die optisch beste Bilanz vorweisen kann, wird deutlich, dass es nicht immer überragender Trainerarbeit zu verdanken ist, einen WM-Titel zu gewinnen. Man darf gespannt sein, wie Löw demnächst auf Vereinsebene agieren wird, wo er vor seiner Zeit als Bundestrainer relativ kläglich gescheitert war. Nach zwei erfolgreichen Jahren in Stuttgart Mitte der 1990er Jahre war er nacheinander in Istanbul, Karlsruhe, Adana, Tirol und Wien nur für kurze Zeit tätig. Beim KSC und bei Adanaspor trug er sogar wesentlich zum Abstieg bei. Aufgrund seines Status als Weltmeistertrainer wird er zukünftig bei größeren Adressen arbeiten dürfen. Mit seinem Standing und seiner Erfahrung wird er es vermutlich leichter haben als zu Beginn seiner Trainerkarriere. Ein warnendes Beispiel sollten ihm aber seine Vorgänger Derwall, Vogts und Klinsmann sein, die nach ihrem Job beim DFB auf Vereinsebene versagten. Mit Durchschnitt wird sich sein zukünftiger Verein aller Voraussicht nach nicht zufriedengeben.


25. Jun 2021

Startkommando "Lederhosen aus"

Borussia darf mal wieder die Bundesliga-Saison eröffnen, Livespiel im frei empfangbaren Fernsehen inklusive. Das bedeutet fast logischerweise, dass der Gegner am ersten Spieltag der FC Bayern München ist. Borussia darf zuhause gegen den Dauermeister eröffnen. Wie groß die Bedeutung dieser Tatsache sein wird, lässt sich derzeit nicht einschätzen. Ob Zuschauer im Stadion sein dürfen, und wenn ja, wie viele, werden wir vermutlich erst relativ kurz vor dem 13. August wissen. Klar ist schon länger: Die Dauerkarten für die Saison 2021/22 gelten erst ab Beginn der Rückrunde. Allerdings haben ihre Besitzer ein Vorkaufsrecht für den Fall, dass schon in der Hinrunde mit Publikum gespielt wird. Anspruchsvoll geht es für Borussia los, anspruchsvoll geht es auch weiter. Am 20., 21. oder 22. August spielt die Mannschaft von Adi Hütter (was zu schreiben sich am heutigen Junitag noch arg merkwürdig anfühlt) bei Bayer Leverkusen. Eine Woche später steht direkt noch ein Auswärtsspiel auf dem Programm, auf bisher stets für Borussia äußerst unangenehmem Terrain in der Alten Försterei bei Union Berlin. Erst am vierten Spieltag kommt eine Partie der Kategorie "gut machbar", wenn Arminia Bielefeld im Borussia-Park gastiert. Das Wiedersehen mit dem Übungsleiter der vergangenen beiden Spielzeiten ist für den sechsten Spieltag angesetzt, im Mönchengladbacher Borussia Park. Jener Übungsleiter wird daher vermutlich einer der wenigen Menschen in Deutschland sein, die einer vierten Corona-Welle zumindest ein kleines bisschen Gutes abgewinnen können. Adi Hütter muss den Gang zu seinem Ex-Verein erst ganz am Ende der Saison antreten. Borussia spielt gegen Frankfurt am vorletzten Spieltag der Hinrunde zuhause, in Frankfurt folglich erst im Mai kommenden Jahres. Der Spielplan der Hinrunde auf einen Blick: 1 - Bayern München (H) 2 - Bayer Leverkusen (A) 3 - Union Berlin (A) 4 - Arminia Bielefeld (H) 5 - FC Augsburg (A) 6 - BvB Dortmund (H) 7 - VfL Wolfsburg (A) 8 - VfB Stuttgart (H) 9 - Hertha BSC (A) 10 - VfL Bochum (H) 11 - Mainz 05 (A) 12 - SpVgg Fürth (H) 13 - 1.FC Köln (A) 14 - SC Freiburg (H) 15 - RB Leipzig (A) 16 - Eintracht Frankfurt (H) 17 - TSG Hoffenheim (A)


27. Mai 2021

Die Rosenkriege sind vorbei

Zum zehnten Mal in Folge schließt Borussia die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz ab. Wer sich weiterhin daran orientiert, wo der Verein vor 2011 stand - wo er also vermeintlich herkommt - der wird auch die gerade abgelaufene Spielzeit als Erfolg werten. Allerdings tut das außerhalb der Geschäftsstelle im Borussia-Park vermutlich kaum jemand mehr und auch in den Büros von Max Eberl und Konsorten denkt man möglicherweise inzwischen anders, auch wenn man das nach wie vor nach außen anders kommuniziert. Für den überwiegenden Teil der Anhänger dürfte die Saison 2020/21, das zweite und letzte Rose-Jahr, unter dem Strich eine herbe Enttäuschung gewesen sein. Und das sicher nicht nur, weil die Fans kein einziges Spiel live im Stadion sehen konnten. Die Seitenwahl-Redaktion guckt kollektiv zurück auf wenig inspirierende zwölf Monate: Christian Spoo Selten habe ich das Ende einer Saison so herbeigesehnt, selten war ich nach einer Saison so abgetörnt, nicht nur vom Fußball im Allgemeinen sondern von meinem Verein im Besonderen. Warum das so ist? Wo fange ich an? Zum einen natürlich an enttäuschten Erwartungen. Vor der Saison wähnte ich Borussia auf einem guten Weg. Mit einem Kader, der gegenüber dem erfolgreichen der Vorsaison noch leicht verstärkt worden zu sein schien. Mit einem Trainergespann, dass in seiner ersten Saison zumindest erahnen ließ, warum man es installiert hatte und das angetreten war, in Mönchengladbach etwas zu schaffen. Was daraus wurde, muss ich niemandem erzählen. Es gab vermutlich keine einzige Erwartung, die erfüllt wurde, es sei denn man zieht sich am Einzug ins Champions-League-Achtelfinale hoch oder hatte schon vor der Saison die Ahnung, dass Castle Rose ein Luftschloss sein könnte. Neben den Enttäuschungen sportlicher Natur tritt die Desillusionierung in Sachen nachhaltige Planung, tritt das Gefühl, summa summarum in den beiden Rose-Jahren eher Rück- als Fortschritte gemacht zu haben und tritt in meinem Fall ein erstes leises Fremdeln mit der Haltung ein, die die Vereinsführung an den Tag legt. Nach der Demission von Marco Rose hat die Außendarstellung nicht gestimmt. Max Eberl hat sich deutlich zu einem Trainer bekannt, der sich seinerseits nicht zu Borussia bekennen wollte. Gleichzeitig hat er sich zum wiederholten Mal gegen die eigenen Anhänger gestellt und ich möchte nicht wissen, wie sich unser Sportdirektor beispielsweise zur Superleague positioniert hätte, wenn Bayern München und der Ballspielverein Dortmund dieses Konstrukt leidenschaftlicher mitbetrieben hätten. Das ist nach der internen Logik des modernen Fußballs alles irgendwo nachzuvollziehen. Borussia darf aber nicht vergessen, dass sie nach wie vor zum Großteil von der Sorte Anhänger lebt, die mit diesen Entwicklungen genauso fremdeln wie ich das tue. Borussias Kernanhängerschaft ist eher alt. Für junge Menschen außerhalb des eher kleinen regionalen Einzugsgebiets ist der Verein nicht sexy und wird es vermutlich auch nicht mehr werden. Freue ich mich auf die neue Saison? Im Moment nicht. Mir fehlt die Phantasie, wie man den Kader ohne personellen Cut und ohne große Investitionen so umstrukturieren kann, dass die zuletzt augenfälligen Probleme (die großenteils gar nicht neu sind) abgestellt werden. Ob der neue Trainer für einen „Mentalitätswechsel“ der richtige ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Grund zur Hoffnung macht die größere Erfahrung, die Adi Hütter im Vergleich zu Marco Rose mitbringt. Weniger gehypt, nicht der ganz „heiße Scheiß“, der den ganzen Markt wuschig macht - dafür vielleicht aber mehr Substanz als Blendwerk. Christian Grünewald Ja, es mag vorstellbar sein, dass Borussia mit den schmerzlich vermissten Fans den ein oder anderen Heimpunkt mehr geholt und erneut das internationale Geschäft erreicht hätte. Die Saison ist aber vor allem deshalb enttäuschend, weil eine individuell starke Mannschaft, die zum Vorjahr komplett zusammenblieb und sogar um zwei Wunschspieler des Trainers ergänzt wurde, sich in keinem Bereich weiterentwickeln konnte – im Gegenteil. In der Champions League und den Heimspielen gegen Bayern und den BVB zeigte sich zwar die vorhandene Qualität, konnte aber offenbar nur im Rahmen „großer“ Spiele abgerufen werden. So bleibt der Verdacht, dass der nun Ex-Trainer und seine hochgelobten Spielern das eigentliche Tagesgeschäft Bundesliga einigen effektreichen Highlights unterordneten. Dies lässt sich auch an der fehlenden „Griffigkeit“ nach Führungen und z.T. übertriebener Rotation festmachen. Der Leipziger war vornehmlich mit dem Ziel angetreten, mehr Aggressivität und Intensität einzubringen. Da davon auf dem Platz zuletzt nur noch sehr wenig zu sehen war, beginnt im Sommer nun ein erneuter Anlauf, Borussia eine neue fußballerische Identität zu verschaffen. Uwe Pirl Als ich im letzten Sommer meinen Teil des Borussenchecks geschrieben habe, sah ich für Borussia Mönchengladbach eine Platzierung zwischen 1 und 3 vorher, begründet aus der gut verlaufenen Vorsaison, dem gut performenden Trainerteam, der komplett zusammengehaltenen Mannschaft und aus den Entwicklungen bei der Konkurrenz. Ein wenig Euphorie war sicher auch dabei. Dass es anders kam, wissen wir nach dem Ende dieser ernüchternden Saison 2020/21 alle. Warum lag ich dermaßen falsch? Ein von mir wie vermutlich vielen anderen auch unterschätzter Punkt war, wieviel Kraft, Substanz, Aufmerksamkeit und Konzentration die Teilnahme an der Champions League kostet. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb mit der erstmaligen Teilnahme am Achtelfinale hat wahrscheinlich jedem Gladbachfan unendlich Freude bereitet. Sie hat aber eine Kehrseite: Schon im Herbst litt darunter das Kerngeschäft Bundesliga, wurden Vorsprünge hergegeben und gab es unbefriedigende Unentschieden. Zu diesem Zeitpunkt war das aber mit der Dreifachbelastung sowohl erklärbar als auch entschuldbar. Am Ende der Hinrunde stand zwar nur Platz 7, der Rückstand auf Platz 4 betrug aber nur einen Punkt, damit konnte man leben. Danach offenbarten sich jedoch drei Dinge: Das Trainerteam hatte taktisch keinerlei Plan B. Funktionierten Wucht und Pressing nicht, funktionierte gar nichts. Wucht und Pressing kamen aber im Lauf der Saison nahezu komplett abhanden, die dafür erforderlichen Sprints und intensiven Läufe konnte die Mannschaft (vermutlich mangels Fitness) nicht mehr leisten. In der Defensive war kein Konzept mehr erkennbar. Im Grunde genommen hat das Trainerteam damit belegt, dass die bei der Vertriebsabteilung eines Brauseimperiums favorisierte Spielanlage ohne spielerische Weiterentwicklung eine fußballerische Sackgasse ist. Für ein Trainerteam mit den Ambitionen der Herren Rose, Maric und Zickler ist das allerdings ein Armutszeugnis. Damit blieben als Motor für Erfolg nur noch die Motivationskünste der zukünftigen Dortmunder. Mit denen war es aber vorbei, als der Wechsel feststand. Der Bruch im Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft war nach der Bekanntgabe des Wechsels nach Dortmund unübersehbar, egal wie sehr sich die Beteiligten darum bemühten, diesen Aspekt kleinzureden. Der Trainer hat diesen Effekt meiner Meinung nach durch seine provokant lustlosen und patzigen Auftritte in Pressekonferenzen und vor diversen anderen Mikrofonen deutlich verstärkt. Das mag cool und lässig aussehen – jedoch sahen vermutlich auch die Spieler, welche Null-Bock-Haltung ihr Vorgesetzter da zelebrierte. Dass so etwas nicht leistungsfördernd war, liegt auf der Hand. Drittens hat auch das Team einen gewaltigen Anteil am Misserfolg. Auftritte wie die Heimspiele gegen Mainz, Köln und Stuttgart sowie die Spiele in Augsburg, Hoffenheim und München lassen sich nicht allein mit der Unfähigkeit oder der Unmotiviertheit des Trainerteams erklären. Hier hat auch das Team versagt. Jeder Einzelne muss sich fragen lassen, warum diese Ansammlung Hochbegabter es nicht schafft, in entscheidenden Situationen als motivierte Einheit aufzutreten. Alles in Allem bleibt vielleicht zum ersten Mal seit der Rettung vor 10 Jahren ein extrem enttäuschender Beigeschmack. Borussia Mönchengladbach hat sowohl in Bezug auf die harten Ergebnisse als auch in Bezug auf das Auftreten alle Ziele verfehlt. Das schmerzt. Claus-Dieter Mayer Dass dies eine sehr enttäuschende Saison für die Borussia war, ist eine wohl kaum umstrittene Feststellung. Aber ab wann es so richtig enttäuschend wurde, darüber lässt sich diskutieren. Denn auch schon vor der Bekanntgabe des Rose-Wechsels konnte die Borussia vor allem in der Liga oft nicht überzeugen. Man war weit entfernt von der Dynamik, die das Team vor allem im Herbst 2019 noch entfaltete (nur das lahme Werder Bremen hat in dieser Saison weniger Sprints zu verzeichnen als die Gladbacher) und verschenkte immer wieder Führungen. Aber zumindest konnte man noch gewisse Gründe dafür finden. Die psychische wie physische Zusatzbelastung durch die Champions-League, die damit verbundene Rotation und verringerte Anzahl an Trainingsmöglichkeiten schienen der Preis für einige spektakuläre internationale Auftritte und den erstmaligen Einzug in die KO-Runde der Champions-League zu sein. Und als nach kurzer Weihnachts-Pause und zunächst ohne CL-Zusatzbelastung der Spielbetrieb wiederaufgenommen wurde, schien die Borussia wirklich aufzudrehen. Bayern und Dortmund konnten in furiosen Spielen daheim besiegt werden und ohne den nicht regel-konformen VAR-Eingriff durch Bibiana Steinhaus in Stuttgart hätte man im Januar mit 5 Siegen in 5 Spielen eine makellose Bilanz aufweisen können. So lag man nach 19 Spieltagen punktgleich mit dem BVB mit lediglich 3 Saisonniederlagen nur einen einzigen Punkt hinter Platz 4. Alles schien drin zu sein für die Fohlen, doch dann folgten 9 Pflichtspiele in Folge mit nur einem Unentschieden und 8 Niederlagen und die Saison war quasi gestorben (auch wenn es noch Möglichkeiten gab sie wiederzubeleben, die aber in Hoffenheim und gegen Stuttgart leichtfertig verschenkt wurden…natürlich wieder nach eigener Führung). Was ergibt nun das Post Mortem? Korrelation sei nicht gleichbedeutend mit Kausalität predigen Statistiker wie ich gern, aber das die Bekanntgabe des Trainerwechsels eine bedeutende Rolle gespielt haben wird, lässt sich vor allem mit Blick auf die ähnlichen Entwicklungen in Frankfurt und auch zum Teil in Leipzig kaum von der Hand weisen. Einzig und allein die böse Probstheider Ich-AG für das schwache Abschneiden verantwortlich zu machen, greift jedoch etwas kurz. Den fabelhaften Kapitän Lars Stindl mal ausgenommen (seine 14 Tore wurden zuletzt von Raffael 2014 übertroffen), konnte kaum ein Spieler über die gesamte Saison hinweg überzeugen. Gerade bei Florian Neuhaus schwankte es sehr zwischen Weltklasse und ganz schwach, Denis Zakaria blieb meist weit unter dem Niveau, dass er vor seiner Verletzung im letzten Frühjahr hatte, Alassane Plea (6 Tore in 29 Spielen) stand vielfach komplett neben sich, die nominell eigentlich gut besetzte Abwehr war nach Gegentoren gemessen die viertschlechteste der Liga. Am auffälligsten war jedoch, dass es mit der vor der Saison noch oft angesprochenen Breite im Kader nicht weit her war. Bei jeder Einwechslung von Hermann oder Wolff wäre ein kollektives Aufstöhnen durch die Ränge gegangen, wären denn Zuschauer erlaubt gewesen. Andere Spieler (Traore, Beyer, Reitz, Lang etc) wurden offensichtlich für noch schwächer eingestuft und durften noch nicht mal für Aufstöhnen sorgen. Die Saison wird Konsequenzen haben. Ein Bundesliga-Achter ist kein so attraktiver Arbeitgeber wie ein Champions League Teilnehmer, was sowohl für vermehrte Abgänge als auch Schwierigkeiten beim Anwerben Spieler sorgen wird. Gleichzeitig sind aber die Spieler eines Bundesliga-Achten auch nicht mehr so begehrenswert wie sie es noch im letzten Sommer zu sein schienen, sodass gerade in der Pandemiezeit der Geldsegen durch Verkäufe ein gutes Stück geringer sein könnte als man so erhofft. Einiges zu tun im Sommer also für die Herren Hütter und Eberl. Michael Heinen Es wäre nicht fair, die Bewertung der Gladbacher Saisonleistung allein davon abhängig zu machen, dass Union Berlin in der allerletzten Saisonminute noch einen glücklichen Treffer erzielt hat. Die Bewertung muss völlig unabhängig von dieser Aktion erfolgen und hätte somit in gleicher Weise gegolten, wenn Borussia als Tabellen-7. in den neugestalteten UI-Cup eingezogen wäre: Am langen Ende war diese Spielzeit mehr als nur ein Stück weit eine große Enttäuschung - und das in vielerlei Hinsicht. Ja, es gab die beeindruckenden Gala-Vorstellungen gegen Donezk. Zumindest die Hinspiele gegen Real und Inter sowie der Einzug ins Achtelfinale der Champions League fanden zurecht international Beachtung. Selbst in der Bundesliga gab es eine Handvoll toller Spiele, wie z. B. die Heimsiege über Dortmund und Bayern. Das alles wird aber überschattet davon, dass die Mannschaft über weite Strecken der Saison deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben und im Alltagsgeschäft gescheitert ist. Konnte man dem Team in den vergangenen Jahren zumeist einen starken Charakter unterstellen, so wirkten die Auftritte in diesem Jahr oft seltsam uninspiriert. Besonders in der Rückrunde war nichts mehr zu sehen von irgendwelchen taktischen Finessen, die dem hochgelobten Trainer und seinem Team in der Vergangenheit nachgesagt worden waren. Der neue Dortmunder Coach war nicht erst nach Verkündung seines Abschieds kaum noch in der Lage, seiner Mannschaft irgendeine nachvollziehbare oder gar durchdachte Spielidee zu vermitteln. Doch es wäre zu einfach, alles nur an dieser einen Person festzumachen - so unerfreulich die Umstände seines Wechsels gewesen sein mögen. Die Mannschaft hatte das viel größere Interesse, die Saison auf einem ihr angemessenen Platz zu beenden. 11 Borussen werden an der diesjährigen Europameisterschaft beteiligt sein - allein drei davon im deutschen Team. Die Qualität im Kader hätte mindestens für einen Platz in der Europa League ausreichen müssen - dazu hätte es nicht einmal eines guten Trainers bedurft. Die Chance darauf verspielte die Mannschaft in vielen Partien höchst fahrlässig. Die zwischenzeitlichen Skandale um Breel Embolo und Marcus Thuram rundeten dieses Bild ab von einer Mannschaft, die jegliche Verheißungen nach der erfolgreichen Vorsaison enttäuschte. Nicht nur Corona sorgte dafür, dass sich viele treue Fans in diesem Jahr von ihrem Team entfremdeten und dieses eine Menge Kredit verspielt hat.


20. Mai 2021

Warum eigentlich Schaaf?

Es ist fast geschafft. Nur noch 90 quälende Minuten und die unbefriedigendste Bundesliga-Saison seit dem Abstieg 2007 findet ihr verdientes Ende. Mit einem Sieg in Bremen bestünde für Borussia noch immer die Chance, mit der European Conference League einen internationalen Wettbewerb zu erreichen. Gleichzeitig droht aber die Gefahr, erstmals seit 2011 wieder in die zweite Hälfte der Tabelle abzurutschen. Spätestens dann gäbe es für wirklich niemanden mehr die Möglichkeit, diese Spielzeit noch in irgendeiner Weise ein Stück weit schönzureden. Aber selbst wenn es am langen Ende tatsächlich noch zu Platz 7 reichen sollte, kann niemand ernsthaft mit der Entwicklung der letzten Monate zufrieden sein. Finanziell wäre die Conference League ein hübsches Trostpflaster, das dem Verein gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten guttun würde. Sportlich wären nach aktuellem Stand immerhin Teams wie Tottenham, Villarreal und der AS Rom qualifiziert. Selbst der Wolfsberger AC hat noch eine Chance, sich für seinen letzten Auftritt im Borussia-Park zu rehabilitieren. Die Österreicher scheinen aber genau wie Borussia nur begrenzte Motivation für ein solches Wiedersehen aufbringen zu können. Im letzten Heimspiel setzte es ein 0:4 gegen den direkten Konkurrenten aus Linz, was die Chancen auf die einzig wahre CL erheblich reduziert hat. Borussia spielte zuletzt gegen Stuttgart einmal mehr so als habe sie die Saison bereits vor Monaten mit der Verkündung des Trainerwechsels beendet. Mit Ausnahme der berauschenden Siege über Frankfurt und Bielefeld zeigt die Elf vom Niederrhein im Grunde schon die gesamte Rückrunde ebenso wenig Leistung wie Charakter. Dies wird ihnen erfolgreich vorgelebt von ihrem Noch-Übungsleiter, der die monatelange Krise aufreizend lässig über sich ergehen lässt. Es gibt wenige Indizien, die darauf hindeuten, dass sich dies ausgerechnet im letzten Spiel der Saison ändern wird. Dort wartet mit dem SV Werder ein Verein, der froh wäre über die Sorgen der Borussia. Bei einer Niederlage zum Saisonfinale droht aller Voraussicht der direkte Abstieg. 40 Jahre nach der höchst erfolgreich verlaufenen Rückkehr in die 1. Bundesliga wären die Aussichten dann auch aus finanzieller Sicht trostlos. Nur so lässt sich die Verzweiflungstat erklären, mit der zu Wochenbeginn doch noch der lange hinausgezögerte Trainerwechsel vollzogen wurde. Florian Kohfeldt hatte sich nach anderthalb ordentlichen Jahren an der Seitenlinie und dank seines sympathischen Auftretens großen Kredit bei Fans und Vereinsführung erspielt. Dieser wurde seitdem aber – im zweiten trostlosen Jahr in Folge – mehr und mehr aufgebraucht, sodass die Ablösung nur noch eine Frage der Zeit war. Vor einigen Wochen hätte sie Sinn ergeben, um ggf. einen positiven Impuls für die letzten Wochen zu setzen, der in der kurzen Frist im statistischen Durchschnitt erwiesen ist. Ob dieser jetzt immer noch erfolgen kann und wird, erscheint dagegen fraglich. Bislang gibt es in der Bundesligahistorie eine Referenz bei Werders direktem Konkurrenten um den Abstieg. Arminia Bielefeld trennte sich 2009 vor dem letzten Spiel gegen Hannover 96 vom chronisch erfolglosen Michael Frontzeck, um sich von Edel-Feuerwehrmann Jörg Berger doch noch retten zu lassen. Damals ging das Experiment schief – Arminia stieg nach einem 2:2 als Tabellenletzter ab und musste 11 lange Jahre in der Zweit- und Drittklassigkeit verbringen ehe es im Vorjahr endlich wieder fürs Oberhaus reichte. Anders als Arminia damals vertraut Werder nicht auf einen etablierten Feuerwehrmann, sondern auf eine Vereinsikone, die sich im Abstiegskampf bislang eher schlecht als recht bewährt hat. Thomas Schaaf war im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends einer der erfolgreichsten Vereinstrainer. Schon beim sportlich durchaus erfolgreichen Wirken in Frankfurt 2014/15 offenbarten sich aber Generationenkonflikte mit den inzwischen relativ jünger gewordenen Spielern. Zudem sollen private Probleme den einstigen Erfolgscoach beeinflusst haben, was sich bei seinem nächsten Engagement in Hannover auch sportlich niederschlug. Seit dem desaströsen Gastspiel in Niedersachsen hat sich niemand mehr getraut, Schaaf auf den Cheftrainerstuhl zu befördern. Sein Ex-Verein lotste ihn 2018 zurück in die Heimat, wo er seitdem als Technischer Direktor fungiert. Für eine Partie rückt er am kommenden Wochenende noch einmal zurück ins Rampenlicht. Und das mit einer durchaus dankbaren Aufgabe – gilt es doch eigentlich nur, den Gast vom Niederrhein früh in Führung gehen zu lassen, um sich am Ende über sichere drei Punkte freuen zu dürfen. Was der neue, alte Trainer verändern wird, ist schwer vorherzusagen. Vermutlich gar nicht mal viel. Christian Groß wird nach seiner Gelb-Roten-Karte definitiv ersetzt werden müssen. Ansonsten kann Schaaf weitgehend aus dem Vollen schöpfen. Weniger wichtig als die Auf- wird aber die Einstellung sein, mit der Werder in dieses Finale geht: Im schlimmsten Fall betrachten sie es als eine Art Pokalspiel, wo sie traditionell stets die besten Leistungen abzurufen imstande sind. Sollten Sie ähnlich auftreten wie vor wenigen Wochen gegen RB Leipzig, dann dürfte es für Borussias Schönwetterfußballer und ihren lässigen Trainerdarsteller ein ziemlich bitteres Ende ihrer gemeinsamen Zeit geben. AUFSTELLUNGEN: Werder: Pavlenka – Selassie, Toprak, Moisander, Augustinsson – Möhwald – Eggestein, Bittencourt, Sargent – Selke, Rashica Borussia: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer, Neuhaus – Hofmann, Stindl, Thuram - Plea SEITENWAHL-TIPPS: Michael Heinen: „Borussia ist aktuell selbst zu schlecht, um den 1. FC Köln in die 2. Liga zu schießen. Durch ein trostloses 0:0 in Bremen reicht es zudem nicht einmal für den so begehrten Platz im runderneuerten UI-Cup.“ Christian Spoo: „Ein Spiel aus der Kategorie „untippbar“. Nutzt Bremen der Trainerwechsel etwas? Ist Thomas Schaaf der Typ der das Steuer herumreißt? Borussia wird ihren Stiefel runterspielen, das könnte genügen. Ich sag mal 1:1.“ Mike Lukanz: „Zum letzten Mal werde ich hier bei Seitenwahl einen Tipp abgeben, die Lust am Fußball und damit auch an Borussia hat ganz schwer nachgelassen durch Corona und Marco Rose. Sei es drum: Borussia beendet die Saison mit einem weiteren uninspirierten Auftritt in Bremen. Das 1:1 wird nicht reichen, um sich für diesen grotesken Wettbewerb namens Conference League zu qualifizieren, und das ist auch gut so. Vielleicht tut ein weiteres Jahr ohne Europa mal gut. Dass Borussia mit diesem Ergebnis irgendwie auch dem FC aus Köln hilft, passt zu dieser Saison. Ebenso, dass drei (!) Gladbacher nach eben dieser Saison von Jogi Löw für ein Großturnier wie der Europameisterschaft nominiert werden – bis auf den, der es verdient gehabt hätte aus dem Kader. Gehabt Euch wohl und bleibt gesund!“ Thomas Häcki: „Bremen ist heiß, die Rose-Elf allenfalls lauwarm. Nachdem Bremen die Führung gelungen ist, trabt ein Großteil der Fohlen dem Ende der Saison lustlos entgegen. Werder wird es bei ihrem 4:0-Erfolg nur recht sein.“ Claus-Dieter Mayer: „Der lustlose Auftritt der Borussia bei der 0:2 Niederlage in Bremen wird noch auf Jahre Kölner Verschwörungstheorien befeuern.“ Uwe Pirl: „Borussia kann oder will sich nicht mehr aufraffen. Das 1:2 gegen Bremen beschert den Werderanern den Klassenerhalt. Union Berlin hat die Conference League ohnehin mehr verdient.“ Christian Grünewald: „Laut PK vor dem Spiel ist die Saison ein Erfolg, wenn man mit Leipziger Schützenhilfe die Conference League erreicht. Da man selbst aber 1:2 verliert, kann man sich die Augenwischerei auch schenken."


15. Mai 2021

Rätselraten mit Ansage

Trotz der vorherigen Bekundungen den Trostpreis Conference League unbedingt erreichen zu wollen, schenkt Borussia auch das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart nach Führung noch her. Es war ein Auftritt, der fast noch mehr über den Charakter der Mannschaft, als den kaum noch wahrnehmbaren Einfluss ihres scheidenden Trainers verrät. Denn im Vorfeld hatte Marco Rose doch überraschend deutlich die Schwächen und Probleme angesprochen, mit denen sich Borussia seit Monaten herumplagt. Mit einer Mischung aus Eingeständnis eigener Ratlosigkeit und verklausulierter Generalkritik an der Mannschaft konstatierte er auf der PK vor dem Spiel, dass es zu oft in dieser Saison am nötigen Fokus und an Kommunikation gefehlt habe, um über 90 Minuten das (zweifellos vorhandene) Potenzial abzurufen. Stattdessen wurden unzählige Punkte nach Führung verschenkt und ganze Halbzeiten waren dominiert von allgemeiner Rat- und Hilflosigkeit. Fast wie angekündigt Gesagt – getan, könnte man sagen: Gegen den VfB war all das noch einmal für jeden offen zu beobachten. Von Beginn an versprühte die Mannschaft nicht den zuvor angekündigten unbedingten Siegeswillen, sondern versuchte es mit dem zuletzt gewohnt-bedächtigen Ballbesitzspiel. Gefahr kam wenig auf, nur gelegentliche Geistesblitze von Stindl sorgten für einige im Ansatz gefährliche Strafraumszenen. Trotz des gemächlichen Tempos kam es zu Lücken in der Rückwärtsbewegung, die der VfB jedoch nicht zu nutzen wusste. Die Schwaben spielten nach dem Erreichen des Saisonziels Klassenerhalt ihrerseits nicht am Limit und konnte zudem verletzungsbedingt nicht die erste Elf aufbieten, sodass auch Ergänzungsspieler wie Thommy eine Chance von Beginn an erhielten. Insgesamt kein besonders aufregendes Spiel – und doch gelang Borussia praktisch mit dem Halbzeitpfiff fast aus dem Nichts die Führung. Nach einem Zusammenprall nutzte Vorbereiter Kramer die entstandenen Räume und flankte überlegt zu Stindl, der den Ball aus zentraler Position technisch anspruchsvoll ins rechte Eck bugsierte. Eine nahezu perfekte Ausgangsposition zur Halbzeit also. Wieder mal. Wie man diese Führung noch verspielte, wurde direkt aus dem bereits bekannten Drehbuch der Saison übernommen. Bis zur 60. Minute war noch der Versuch zu erkennen, das Spiel durch aktiven Fußball zu kontrollieren und vielleicht sogar die Führung zu erhöhen, ohne allerdings die dafür nötige Konsequenz an den Tag zu legen. Und dann plätscherte es mal wieder dahin. Und der Gegner kam. Und kam. Und setzte die nun plötzlich wieder fußballerisch mittellos wirkenden Fohlen innerhalb weniger Minuten schachmatt. Mit Ausnahme einer Chance von Lazaro zwischen den Gegentoren kam bis Spielende von Borussia kaum noch was, die fünfte Heimniederlage der Saison war perfekt. Wie es sein kann, dass sich diese talentierte, teure und im Bundesligavergleich auch erfahrene Mannschaft zum x-ten Mal in kürzester Zeit die Butter derart leicht vom Brot nehmen lässt? Aus den Aussagen von Christoph Kramer nach dem Spiel lässt sich jedenfalls ohne viel Phantasie heraushören, dass einige Kollegen in diversen Spielsituationen offenbar mit den Gedanken woanders waren. Warum? Das bleibt ein großes Rätsel. Kein neues Gefühl Ein Rätsel, dass auch nicht allein mit den schon seit Monaten eher kraftlos wirkenden Appellen des baldigen Ex-Trainers erklärt werden kann. Und sich fast schon regelmäßig in der entscheidenden Saisonphase wiederholen zu scheint. Schon in den zweieinhalb Spielzeiten unter Hecking krochen die Fohlen eher über die Ziellinie, sodass in Umfeld und Verein Forderungen nach einem Neuanfang laut wurden. Ende mit dem ballbesitzorientierten Verwalterfußball, hin zu mehr Intensität, Sprints und Mentalität. Das versuchte Hecking 2018 mit dem 4-3-3, dafür trat Rose 2019 explizit an und gab es in seiner ersten PK als primäres Ziel aus. Jetzt, 2021, sehnt man sich nach dem nächsten neuen Besen. Aber auch Adi Hütter wird sich (unabhängig von dem eigenen Paket, das er aus Frankfurt mitbringt) mit dieser Mannschaft früher oder später wieder schwertun – wenn sich an der kollektiven Mentalität nicht etwas grundsätzlich verändert. Denn wir erinnern uns – der zuvor bereits teuerste Kader der Vereinsgeschichte und vielleicht beste seit den goldenen Siebzigern konnte vor der Saison komplett zusammengehalten und mit Lazaro und Wolf noch um zwei absolute Wunschspieler des Trainers erweitert werden. Das ist nicht mehr die Underdog-Borussia, die sich vor 10 Jahren geradezu heldenhaft gerettet und im Anschluss die Liga aufgewirbelt hat. Dank der großartigen Arbeit des Duos Eberl/Schippers verfügt man über ein finanzielles Budget und eine individuelle Klasse, die die Möglichkeiten von Konkurrenten wie Frankfurt, Stuttgart, Union oder Freiburg um ein Vielfaches übersteigt. Drei Wettbewerbe sind eine Belastung, aber der Kader wurde dafür gezielt aufgestellt und erlaubt auch durch die 5-Wechsel-Regelung mehr Möglichkeiten zur Belastungssteuerung. Was zudem mit Teamgeist und Erfolgswillen trotz höchster Belastung möglich ist, haben Hertha BSC und Holstein Kiel nach ihrer Zwangsquarantäne eindrucksvoll gezeigt. Diese Begründung reicht also insbesondere für die Schlussphase der Saison nicht aus. Die Mannschaft im Fokus Marco Rose mag als Trainer an den von ihm selbst und dem Verein gesetzten, fußballerisch-taktischen Zielen gescheitert sein (Borussia steht in den geforderten Kategorien heute da wie unter Hecking und hat sich beim Ballbesitz sogar verschlechtert), der Fokus muss nun aber auf der Analyse liegen, mit welchen Profifußballern Borussia die Ziele der Zukunft angehen möchte. Irgendwas ist faul im Staate Borussia-Park und es ist zu hoffen, dass Max Eberl diese Situation genauso knurrig und humorlos aufarbeiten wird, wie es sein Gesichtsausdruck nach den Spielen in München und gegen Stuttgart vermuten lässt. Eine Restchance auf das Trostpflaster Conference League bleibt, aber es würde nicht wundern, wenn man in dieser Verfassung eher den Bremern als den Kölnern am letzten Spieltag Schützenhilfe leisten wird. Eine Saison ohne internationalen Wettbewerb wäre für diese insgesamt so stark aufgestellte Borussia sicher eine Enttäuschung, ob es nun Platz 8, 9 oder 10 wird. Aber auch wenn es noch mit dem Minimalziel klappt: die sich wiederholenden Probleme im Auftreten und vielleicht auch innerhalb der Mannschaft müssen offensiv angegangen werden. Dann lässt sich das große Rätsel vielleicht doch noch lösen.


02. Aug 2021

Wechselbörse: Gladbach schnappt sich deutsches Talent

Leverkusen lässt Bailey ziehen und hat Interesse am Bremer Sargent. Beim BVB wird der Abgang von Delaney konkreter, Bochum holt Wunschspieler.


31. Jul 2021

Test: Gladbach siegt im Benefizspiel für die Hochwasser-Opfer

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat eine erfolgreiche Generalprobe für den Pflichtspielauftakt absolviert. Die Mannschaft des neuen Trainers Adi Hütter kam am Samstag zu einem 2:1 (2:0) gegen den niederländischen Ehrendivisionär FC Groningen.


31. Jul 2021

Wechselbörse der Westvereine: Warum Florian Neuhaus die Gladbach-Fans hoffen lässt

Der Mittelfeldspieler tendiert wohl trotz des Interesses von Liverpool zu einem weiteren Jahr bei Borussia. Leverkusen ist fast klar mit Torjäger Azmoun.


30. Jul 2021

Immer öfter kommen junge Talente aus dem Ausland: Die meisten Erstligisten sind die Totengräber der Nationalteams

Die meisten Fußball-Erstligisten kümmern sich um ihre Kasse, verpflichten junge Spieler aus dem Ausland´, um sie teuer weiterzuverkaufen. Ihr eigener Nachwuchs interessiert weniger.


28. Jul 2021

Testspiel: FC Bayern verliert gegen Gladbach - Gnabry-Rückkehr beim 0:2

16 Tage vor dem Duell um Punkte im Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga hat der FC Bayern München ein Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach verloren.


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